Am 23. und 24. September 2019 fand an der Universität Duisburg-Essen eine Bildungstagung mit dem Schwerpunktthema Schülerrückmeldung statt. Edkimo berichtete in einem Vortrag gemeinsam mit unserem Kooperationspartner QUA-LiS NRW die Ergebnisse einer Nutzerstudie sowie von den Erfahrungen bei der Implementation von digitalem Schülerfeedback im Unterricht.

Auf der Tagung in Essen trafen sich Expertinnen und Experten aus Deutschland und der Schweiz die mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen zum Thema Schülerrückmeldungen forschen und arbeiten. Wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Konzepte zur digitalen Bildung, Unterrichtsentwicklung und Lehrpersonenausbildung wurden vorgestellt.
Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner QUA-LiS NRW widmete wir den Vortrag den Gelingensbedingungen von Unterrichtsentwicklung durch digitales Schülerfeedback. Der Fokus lag auf der Entwicklung und Nutzung von Schülerbefragungen für die Berufspraxis von Lehrkräften und den Herausforderungen beim Transfer.
Der Vortrag bezog sich konkret auf die Ergebnisse unserer im Juni 2019 durchgeführten Nutzerstudie. Dabei baten wir alle Edkimo-Nutzer/innen um eine anonyme Rückmeldung zur Nutzung der Feedback-App in Ihrer Rolle als Lehrpersonen und Schulleitungen. Die Rückmeldungen von über 500 Personen ermöglichen einen genaueren Blick auf die Verwendung einer digitalen Feedback-App im Rahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Unsere Nutzerstudie erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität, liefert aber erste praktische Einblicke in das Nutzungsverhalten und dessen Einfluss auf die Unterrichtsqualität.

Edkimo-Nutzerstudie: Stichprobe (N=544)

Grundlage der Nutzerstudie bilden 544 Rückmeldungen von 11.259 angeschriebenen Personen, darunter 318 Lehrpersonen und 134 Schulleitungsmitglieder. Der Rücklauf liegt mit knapp fünf Prozent im Rahmen der üblichen Teilnahmequoten bei Online-Befragungen.
Die meisten Rückmeldungen kamen aus Nordrhein-Westfalen (N=427), aber auch alle anderen Bundesländer waren vertreten, sowie 12 Rückmeldungen aus dem Ausland.
Bei der Frage nach der beruflichen Funktion gaben 63% der Teilnehmenden an, Lehrkraft an einer Schule zu sein und 25% als Mitglied der Schulleitung zu arbeiten. Mehrfachnennungen waren möglich.
Prozentual verteilen sich die Rückmeldungen wie folgt auf die Schulformen: die meisten Teilnehmenden (29%) sind an einem Gymnasium tätig, gefolgt von den berufsbildenden Schulen mit 23%, den Grundschulen mit 15% und Gesamtschulen 14%. Die anderen Schulformen waren im einstelligen Prozentbereich vertreten.


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Edkimo-Nutzung: Art, Häufigkeit, Zielgruppe

Um das Nutzungsverhalten besser einschätzen zu können, wurden die beiden Teilstichproben “Lehrkräfte” und “Schulleitung” getrennt ausgewertet. Bei beider Teilnehmergruppen zeigte sich, dass Edkimo am häufigsten verwendet wird, um eigene Fragebogen-Vorlagen zu erstellen, häufig kommen aber auch standardisierte Vorlagen zum Einsatz bzw. werden modifiziert. Rund 6,3% der Lehrkräfte und 3% der Schulleitungsmitglieder gaben an, selbst erstellte Fragebogen-Vorlagen mit anderen Nutzer*Innen auszutauschen.
Rund zwei Drittel der Teilnehmenden gaben an, Edkimo bereits einige Male im Schul- und Unterrichtskontext verwendet zu haben. Eine von fünf Lehrpersonen sowie 1 von 10 Schulleitungsmitgliedern nutzen Edkimo sogar regelmäßig.
In der Stichprobe gaben über die Hälfte der Teilnehmenden (54,3%) an, Schülerfeedback mit Edkimo in der Sekundarstufe II einzusetzen. Rund ein Drittel nutzt Edkimo in der Sekundarstufe I und 7,4% in der Grundstufe.


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Transfer von Schülerfeedback

Das größte Transferpotential weisen die Bereiche Struktur, Schülerorientierung und Methoden auf. Rund ein Viertel der Befragten gab an, auf Grundlage des Schülerfeedbacks, Veränderungen an der Struktur Ihres Unterrichts vorgenommen zu haben, ein Fünftel der Befragten verstärkten durch das Feedback der Lernenenden die Schülerorientierung in Ihrem Unterricht. Mehr als 10 Prozent veränderten Unterrichtsmethoden und -inhalte. Erwartungsgemäß zeigten sich in den offenen Rückmeldungen auch kritischen Anmerkungen, insbesondere was die technische Infrastruktur in den Schulen betrifft.


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Eigene Vorlagen: Zielgruppe, Themen und Anlässe

Schließlich zeigte die Nutzerstudie die Bereiche, Themen und Anlässe auf, für die Lehrkräfte und Schulleitungen eigene Fragebogenvorlagen selbst entwickelt und eingesetzt haben. Aufgrund der Zielgruppenanalyse zeigt sich, dass Edkimo über das reine Schülerfeedback hinaus für viele verschiedene Kommunikations- und Entwicklungsprozesse innerhalb der Schule eingesetzt wird.
Die Vielfalt der Feedback-Anlässe wurde in offenen Rückmeldungen abgefragt, anschließend geclustert und die Kategorien als Wortwolke visualisiert, d.h. je größer ein Wort dargestellt ist, desto häufiger kam es vor.


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Mitte November 2019 tauchte das Spickmich-Schreckgespenst wieder auf, diesmal verkleidet im App-Gewand unter dem Namen Lernsieg. Wie vor zehn Jahren bei “Spickmich” rief auch “Lernsieg” einen großes Medienecho hervor und wurde heftig diskutiert. Nach nur drei Tagen ist der Spuk vorerst vorbei und die App wieder offline.
Das Motto von Edkimo lautet: Lernen gestalten. Denn wir glauben, dass ein konstruktives, partizipatives und lernrelevantes Schüler-Lehrer-Freedback in einem geschützten Raum das Lernen und den Unterricht verbessern kann. Dazu haben wir 2014 an der Leuphana-Universität Lüneburg eine spielerisch einfache Feedback-App konzipiert, mit der Lehrkräfte ihre eigenen Fragebögen erstellen können, um von der Lerngruppe ein anonymes Feedback einzuholen. Alle Daten liegen in der Hand der Lehrperson, nur sie entscheidet, wer die Feedback-Ergebnisse sehen kann. Der eigene Datensatz kann jederzeit vollständig gelöscht werden. Die Aufbereitung der Ergebnisse erfolgt in Echtzeit und kann einen guten Einstieg in den Dialog über das Lernen und die gemeinsame Weiterentwicklung des Unterrichts bieten.
Die Lernsieg-App aus Österreich hat mit unserem Ansatz nichts gemein. Sie ist in erster Linie vergleichbar mit den Sterne-Bewertungs-Systemen und Ranglisten wie wir sie aus der Gig-Economy kennen, wo sich Taxi-Fahrer/innen, Freelancer/innen, Programmierer/innen, Reinigungskräfte, Vermieter/innen und Gäste mittlerweile alle in eine mehr oder weniger nichts-sagende Fünf-Sterne-Skala pressen lassen müssen, wohlwissend, dass bei weniger als fünf Sternen bereits die Alarmglocken läuten und entsprechende Konsequenzen drohen. Das gehört in unseren Augen grundsätzlich nicht in die Schule!
Von diesem Grundsatz abgesehen, ist auch die Umsetzung der sogenannten “anonymen” Lernsieg-App sehr fragwürdig: was sich als kostenlose Feedback-App verkleidet, ist vor allem eine Telefonnummer-Sammelmaschine. Noch dazu handelt es sich um die Telefonnummern von der heiß begehrten Werbezielgruppe der Kinder und Jugendlichen. Dass die Handynummer als Authentifizierungsmerkmal nur bedingt taugt, zeigt sich schon daran, dass man nach dem SMS-Versand jede beliebige Schule und jede beliebige Lehrkraft bewerten kann.
Warum die Idee von Edkimo mit dem Lernsieg-Ansatz nichts zu tun hat, haben wir in der folgenden Grafik kurz gegenübergestellt.
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Mittlerweile nutzen über 20.000 Lehrkräfte an über 4000 Schulen die Edkimo-App, um mit ihren Schülerinnen und Schülern in einem geschützten Raum über das Lernen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam den Unterricht zu verbessern und zu gestalten.
Wir freuen uns über Rückmeldungen, Fragen und Diskussionsbeiträge zum Thema unter lernsieg@edkimo.com.
 

EdTechXEurope ist Europas größte Zusammenkunft zu Bildungstechnologien, die unter anderem einen Innovations-Wettbewerb für Startups in verschiedenen europäischen Städten veranstaltet. Edkimo hat es in die deutsche Vorauswahlrunde geschafft. Wir konnten mit fünf weiteren Startups aus dem Bildungsbereich unsere Idee vor Jury und Publikum in Berlin präsentieren.
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Spielregeln

Bei EdTechXEurope hat jedes Startup fünf Minuten Zeit für den Pitch, um in wenigen Sätzen das Geschäftsmodell zu erklären und die eigene Motivation zu transportieren. Im Anschluss gibt es eine dreiminütige Fragerunde. Ein Sieger wird durch die Jury gekürt und gewinnt ein Ticket zur Teilnahme an der Finalrunde, die am 18. Juni 2019 in London stattfindet.

Pitch Competition Berlin

Die Berliner Veranstaltung von EdTechXEurope 2019 fand im Digitalen Lernzentrum von Facebook statt. Unser Team legte bei der Präsentation den Fokus auf die Fragestellung nach Gesprächsanteilen zwischen Schülern und Lehrern im Unterricht und stellte heraus, dass es nachweislich zu einer einseitigen Kommunikation auf Seiten der Lehrer kommt (vgl. Helmke 2015). Die Edkimo-App kann im Unterricht als Feedback-Instrument genutzt werden, um den Einstieg in eine Zweiweg-Kommunikation zu ermöglichen. Auf der Edkimo-Plattform haben Lehrkräfte mittlerweile über 10.000 eigene Fragebögen entworfen.
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Wer war dabei?

Mit uns angetreten sind zudem folgende Startups aus dem Bildungsbereich: Sdui (Schul-App), eKidz (Sprachlern Plattform), StudySmarter (Flashcards), 7fields (Coaching Service), Kiron (Lern- und Unterstützungs-Plattform für Geflüchtete).
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Jury und Gewinner

Die Jury bestand aus Vertretern erfolgreicher Bildungs- und Technologieunternehmen: Dr. Anja Hagen von education 360°, Josefine Kaul von Phorms Education, Beth Havinga von Connect Edtech und Juan Luis Vilchez von Amazon Web Services EdStart. Das Event wurde von Svenia Busson von LearnSpace organisiert und moderiert. Wir gratulieren den Gewinnern von StudySmarter und drücken Euch die Daumen für den Final Pitch in London!
Euer Edkimo-Team
 

Wir glauben an die gemeinsame Expertise, an die Zusammenarbeit und an den Austausch von Lehrpersonen. Auch und vor allem dann, wenn es darauf ankommt, gute Fragebögen für den Schulalltag zu entwerfen, die helfen, den Unterricht zu verbessern und den Lernerfolg zu steigern.
Mittlerweile haben Lehrpersonen auf der Edkimo-Plattform über 12.000 eigene Fragebogen-Vorlagen zu unterschiedlichen Themen und Einsatzszenarien entwickelt. Seit dem Update im Mai 2019 können alle Edkimo-Nutzer/innen ihre selbst erstellten Fragebogen-Vorlagen direkt mit anderen Personen teilen.
Dazu klicken Sie im Edkimo-Vorlageneditor einfach auf den Button “Vorlage versenden” und geben die E-Mail-Adresse der anderen Person ein. Anschließend erscheint die versendete Vorlage direkt im Edkimo-Konto der anderen Lehrperson zur weiteren Verwendung. Die unten dargestellten Screenshots geben einen schnellen Überblick über den Prozess in einer kurzen Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Viel Spaß beim Teilen, bei der Zusammenarbeit und beim Feedback!
Euer Edkimo-Team
 

Vorlage versenden: Schritt-für-Schritt

 

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Beim Pädagogischen Jahrestag an der Oberstufe Langenhorn in Hamburg arbeiteten am 28.03.2019 Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern gemeinsam zum Thema Feedback in der Oberstufe. Da Edkimo bereits seit einigen Jahren mit der Partnerschule Am Heidberg kooperiert, wurden wir gebeten einen kurzen Impulsvortrag zum Thema Feedback zur geben und die anschließenden Workshops zu begleiten.
Zunächst wurden mit einer Live-Feedback-Runde eine Bestandsaufnahme zum Thema „Unterrichtsfeedback in der Oberstufe” durchgeführt, um die Lehrer- und Schülersicht miteinander vergleichen zu können.
Bei der anschließenden Kleingruppenarbeit erstellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt auf der Edkimo-Plattform Vorlagen für Feedbackbogen als Grundlage für die Weiterarbeit. Die Themen umfassten „Unterrichtsinhalte”, „Unterrichtsklima und Klassenzusammenhalt”, „Einsatz digitaler Medien”, „Klassenreise”, „Projektwoche” und „Exkursion”. Die Ergebnisse der Kleingruppenarbeit wurden live in einem Etherpad dokumentiert und am Ende im Plenum kurz vorgestellt.
Besonders spannend war aus Edkimo-Sicht auch der von @Foorbie aufbereitete Vergleich mit den Feedback-Möglichkeiten innerhalb der Moodle-Plattform. Zum Schluss der Veranstaltung konnten wir die neue Wortwolken-Funktion der Edkimo-App in einer großen Gruppe im Live-Einsatz ausprobieren: „Bitte beschreiben Sie den Pädagogischen Jahrestag mit einem Wort”. Auch für uns war es eine inspirierende Veranstaltung, vielen Dank für die Einladung!
Mehr Informationen: www.oberstufe-langenhorn.de
 
edkimo-wortwolke-ergebnis-pjt-2019-hamburg
 
sebastian-waack-edkimo-workshop-vortrag-feedback-hamburg
 
edkimo-workshop-feedback-unterrichtsinhalt
 
 

“Das Bildungssystem muss sich nachhaltig mit den neuen Medien. Der geübte Umgang mit Ihnen wird zu einer elementaren Kulturtechnik wie Lesen, Schreiben und Rechnen werden. Das ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Lebensgestaltung.”
Bundespräsident Roman Herzog am 17.3.1999

Der Digitalpakt Schule ist beschlossene Sache. Fast auf den Tag genau vor 20 Jahren berichtete die Tagesschau bereits über die Wichtigkeit der neuen “elementaren Kulturtechnik wie das Lesen, Schreiben und Rechnen”. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog forderte auf der CeBIT 1999 einen offensiven Umgang mit den neuen digitalen Medien im Bildungssystem. Dies sei eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Lebensgestaltung.
▶▶ ab 9:50 min

Mittlerweile gibt es die CeBIT nicht mehr, unsere Handys sind wieder größer geworden und eCommerce-Seiten sehen nicht mehr aus wie Windows 98. Auch käme heute niemand auf die Idee, sein Tablet in der Tür einer Mikrowelle zu verbauen, um Bankgeschäfte in der Küche zu erledigen. Und die Schriftart Comic Sans konnte sich nicht als Tablet-Standardschriftart durchsetzen. Metalldosen sollte man damals wie heute nicht in der Mikrowelle erwärmen, schon gar nicht ungeöffnet (Fotos s.u.).
Der Umgang mit digitalen Medien ist mittlerweile zu einer elementaren Kulturtechnik wie Lesen, Schreiben und Rechnen geworden. Der geübte Umgang mit digitalen Medien ist jedoch noch immer nicht in allen Schulen möglich.
Mit dem Digitalpakt hat das Bildungssystem nach 20 Jahren endlich die Möglichkeit geschaffen, sich dieser Aufgabe zu stellen. Dabei ist es mittlerweile unerheblich, ob wir in diesem Zusammenhang von „müssen”, „sollen”, „können” oder „wollen” reden.
Wir wünschen allen Schulen viel Energie und viel Erfolg bei diesem Schulentwicklungsprozess!
Euer Edkimo-Team

Quellen

Video und Screenshots:
www.tagesschau.de/multimedia/video/video-514809.html
Redemanuskript des Bundespräsidenten 
www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Roman-Herzog/Reden/1999/03/19990317_Rede.html
Zum Digitalpakt und zur Beantragung der Fördermittel: 
www.bmbf.de/de/wissenswertes-zum-digitalpakt-schule-6496.html
 
bundespraesident-roman-herzog-tagesschau-1999-digitalpakt-schule-edkimo-feedback-app
kleinstes-handy-der-welt-8-cm-lang-tagesschau-1999-digitalpakt-schule-edkimo-feedback-app
shopping24-ecommerce-tagesschau-1999-digitalpakt-schule-edkimo-feedback-app
internet-tagesschau-1999-digitalpakt-schule-edkimo-feedback-app
mikrowelle-metalldose-tagesschau-1999-digitalpakt-schule-edkimo-feedback-app
tablet-comic-sans-tagesschau-1999-digitalpakt-schule-edkimo-feedback-app
smarte-mikrowelle-wetter-banking-tagesschau-1999-digitalpakt-schule-edkimo-feedback-app
cebit-tagesschau-1999-digitalpakt-schule-edkimo-feedback-app
 

Wir bei Edkimo sind große Fans von kreativen Ergebnisdarstellungen, die den Einstieg in ein Feedback-Gespräch ermöglichen. Die Grundidee ist, einfache Ein-Wort-Abfragen an eine Gruppe zu stellen und die Ergebnisse direkt als Wortwolke zu visualisieren und gemeinsam zu besprechen. Besonders gut gefallen uns dabei einfache Tools wie Wordle und Answergarden. Wir haben nun eine solche Wortwolken-Funktionalität direkt in der Edkimo-App umgesetzt und erklären hier, wie diese funktioniert. Über die unten stehenden Links können Sie es gleich live ausprobieren: “Was ist/war Ihr Lieblingsfach?”

Wortwolken-Abfrage erstellen, durchführen und auswerten

Edkimo-wortwolke-editorWählen Sie dazu im Vorlageneditor im Dropdown-Menü einfach das Antwortformat „Wortwolke (Freitext)“ aus, erstellen Sie Ihre Vorlage und starten Sie die Befragung. Die Teilnehmenden antworten wie immer bei Edkimo mit einem “Feedback-Code”. Das offene Antwortfeld ist dabei auf maximal 20 Zeichen begrenzt. Die Ergebnisse dieser „Ein-Wort-Abfrage“ werden als Wortwolke visualisiert. Um eine sinnvolle Auswertung zu ermöglichen, werden Groß- und Kleinschreibung vor der Auszählung vereinheitlicht. So werden beispielsweise “Englisch”, “ENGLISCH”, “englisch” aber auch “ENglisch” als viermal “englisch” ausgezählt und als Grundlage für die Wortwolke benutzt.
In der Ergebnisansicht gilt: Je größer ein Wort ist, desto häufiger wurde es genannt. Das am häufigsten genannte, größte Wort erscheint in der Mitte, die am weniger genannten Wörter stehen klein am Rand. Mit dem Details-Button können Sie die Anzahl der Nennungen ein- und ausblenden.
edkimo-wortwolke-mit-details

Emoji-Wolken funktionieren auch

Um das starre Fragebogen-Format aufzulockern, kann man eine Abfrage auch mit Emojis beantworten lassen. Die Auswertung erfolgt analog als Emoji-Wolke: je größer ein Smiley bzw. Emoji erscheint, desto häufiger wurde es genannt. So ist ein schnelles Stimmungsbild innerhalb der Lerngruppe möglich.


 

Wortwolken ausprobieren

Normale Wortwolke: “Mein Lieblingsfach ist…”

Zum Demo-FragebogenErgebnisansicht –> Code: “wolke”
 

Emoji-Wortwolke: “Wie geht es dir heute?”

Zum Demo-FragebogenErgebnisansicht –> Code: “smile”
 

Wortwolken selbst erstellen?

Melden Sie sich kostenlos an und erstellen Sie Ihre eigene Edkimo-Umfrage. app.edkimo.com/signup

Die Psychometrie versucht, Dinge wissenschaftlich messbar zu machen.

Edkimo hilft, den Lernprozess in der Schulpraxis diskutierbar zu machen.

1. Warum bietet Edkimo erprobte Fragebogen?

Wir sind der Überzeugung, dass Lehrpersonen und Lernende die eigentlichen Expertinnen und Experten für den Unterricht sind. Sie wissen als Gruppe oft selbst am besten, was im Lernprozess gut funktioniert und an welchen Stellen es noch hakt. Die Herausforderung im System Schule besteht darin, dieses Wissen auch nutzbar zu machen. Dafür müssen die Beteiligten in einen ehrlichen Dialog über das Lernen treten – ohne Angst vor Fehlern oder schlechten Noten. Dies zu ermöglichen ist das Ziel der Feedback-App Edkimo.
Lehrpersonen haben im Unterrichtsalltag zwischen Curricula, Kompetenzentwicklung, Beziehungsaufbau und Prüfungen oftmals zu wenig Zeit, um Feedback-Prozesse anzustoßen, geschweige denn eine komplette Feedback-Schleife zu durchlaufen: Fragebogen entwerfen, Daten erheben, Daten eingeben, Daten auswerten, Ergebnisse grafisch aufbereiten und diskutieren, um schließlich gemeinsam Maßnahmen festzulegen – das erfordert einfach viel Zeit und Arbeit.
Mit Edkimo vereinfachen und beschleunigen wir diesen Prozess und ermöglichen Feedback in Schule und Unterricht dadurch oft erst. Das Angebot von vorgefertigten und erprobten Fragebogen-Vorlagen ist dazu ein erster Schritt, um die Eingangshürde für Lehrpersonen so niedrig wie möglich zu halten.

2. Wie erstellt Edkimo erprobte Fragebogen?

Bei Edkimo stellen wir unseren Nutzerinnen und Nutzern verschiedene schulformspezifische, gut formulierte und erprobte Fragebogen als Vorlagen zur Auswahl bereit. Unser Fokus ist dabei in erster Linie nicht der psychometrische „Test“ – „ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Erfassung eines oder mehrerer empirisch abgrenzbarer psychologischer Merkmale mit dem Ziel einer möglichst genauen quantitativen Aussage über den Grad der individuellen Merkmalsausprägung.“ (Moosbrugger/Kelava 2012). Vielmehr geht es uns um gute, schulpraktische „Fragebogen“ (z.B. nach Porst 2013), die einen Dialog zwischen Lernenden und Lehrpersonen auf der Grundlage von anonymisierten Rückmeldungen zu wenigen, gut gestellten Fragen ermöglichen.
Erprobte Fragebogen sind vom Edkimo-Team gemeinsam mit Lehrpersonen, Pädagog/innen und Sozialwissenschaftler/innen erstellte Kurzfragebogen mit 10 bis 15 Fragen, die von unseren Pilotschulen im Unterrichtseinsatz erprobt wurden. Anschließend haben wir diese Fragebogen verbessert, an die verschiedenen Schulformen angepasst und übersetzen lassen. Heute können die Nutzer von Edkimo im In- und Ausland aus verschiedenen Vorlagen auswählen und damit Befragungen in ihrer Klasse oder Lerngruppe durchführen.

3. Was sind erprobte Fragebogen?

Unsere Fragebogen-Vorlagen stellen wir als Anregung unter der Creative Commons Lizenz frei zur Verfügung (z.B. hier). Wir verkaufen keine Fragebogen und nutzen die in den Befragungen erhobenen Daten nicht für weitergehende Forschungszwecke. Wir beraten und unterstützen Schulen und Lehrpersonen bei der Formulierung und Erstellung eigener schulspezifischer Fragebogen.
Dieses Angebot wird ergänzt durch eigene, von den Lehrpersonen erstellte Fragebogen. Denn wie wir sehr schnell gelernt haben, wollen Lehrpersonen nicht nur fertige Vorlagen verwenden, sondern auch ihre eigenen Fragen formulieren, die genau zu ihrem Unterricht, zur eigenen Schule und zur eigenen Klasse passen. Deshalb bieten wir unseren Nutzer/innen die Möglichkeit, im “Vorlageneditor” sehr schnell eigene Fragebogen zu erstellen und sofort als Umfrage zu starten. Mittlerweile wurden bereits über 5.000 Fragebogen von Lehrpersonen selbst entwickelt. Diese sind besser und passgenauer, als es ein externes Expertenteam jemals realisieren könnte. Insofern dienen unsere „erprobten“ Kurzfragebogen vor allem als Beispiel und niedrigschwelliger Einstieg für einen Feedback- und Dialog-Prozess mit dem Fokus auf den Lernprozess. Sie zeigen auf, wie es mit wenigen Fragen gelingen kann, einen tiefergehenden Dialog über den Lernprozess in Gang zu setzen.
Andere Tools bieten andere Möglichkeiten – angefangen von Sefu, Emu, Grafstat, Feedbackschule, Smart Response, Moodle, IQES, Office365, Google Classroom, Plickers, Mentimeter, Surveymonkey, Limesurvey, Kahoot, Visible Classroom usw. mit unterschiedlich gelagerten Vor- und Nachteilen für Feedbackprozesse im Schulalltag.
Edkimo unterscheidet sich durch die Grundhaltung, Lehrende und Lernende als Expertinnen und Experten für den eigenen Lernprozess hundertprozentig ernst zu nehmen. Unser Feedback-Tool ist nicht oberflächlich-spaßig aber auch nicht bitter-ernst, es bleibt nicht beim Smiley-Chat, wird aber auch nicht zur wissenschaftlichen Testung. Am besten einfach einmal ausprobieren: app.edkimo.com/signup
Viel Spaß beim Feedback!
 

Über den Autor
Sebastian Waack ist Mitgründer von Edkimo. Er arbeitet in Teilzeit als Lehrkraft für Physik an der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli in Berlin. Zuvor entwickelte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kiel und am IQB Berlin Testitems für die Bildungsstandards Mathematik und den Einbürgerungstest. Seit 2012 betreibt er die Internetseite zur Hattie-Studie visible-learning.org

Ein Praxisbericht von Sebastian Waack: Der Mitgründer von Edkimo arbeitet als Lehrer für Physik an der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli und war zuvor an einem Gymnasium in Berlin/Neukölln tätig.

Im Rahmen der Bildungsforschung habe ich mich mit tausenden Testfragen bei der Präpilotierung, Pilotierung und Normierung bei großen Vergleichsstudien beschäftigt (z.B. im Rahmen von Bildungsstandards, Einbürgerungstest, COACTIV-R). Jahre später widerfuhr mir ein persönliches Aha-Erlebnis beim Einsatz eines Fragebogens im realen Unterrichtsalltag einer siebten Klasse. Während die Psychometrie versucht, Dinge meßbar zu machen, um sie zu analysieren, schien mir fortan wichtiger, Dinge diskutierbar zu machen, um sie tatsächlich verändern zu können.

1. Fragebogen

Nachdem es in einer schwierigen 7. Klasse wieder einmal unruhig wurde und die Schülerexperimente im Physikraum eigentlich kurz vor dem Abbruch standen, kam mir die Idee, die Schüler selbst zu fragen, wie es Ihnen in dieser lauten, unruhigen Situation ergeht. Dazu schrieb ich einfach folgende drei „Fragen“ an die Tafel und bat um eine anonyme und ehrliche Rückmeldung. Plötzlich war es still und alle schrieben eifrig auf ihr Papier:

  • Der Unterricht macht mir Spaß, wenn…
  • Ich lerne in Ihrem Unterricht etwas, wenn…
  • Ich langweile mich in Ihrem Unterricht, wenn…

Natürlich durfte im Eifer dieser Stunde auch das testtheoretisch eher schlechte „Klassiker-Item“ zum „Spaß im Unterricht“ nicht fehlen (vgl. Wisniewski/Zierer 2018, S. 89). Die Frage hatte aus schulpraktischer Sicht im Verlauf der Unterrichtsstunde, in der Dramaturgie des Fragebogens und der avisierten Ergebnisdiskussion jedoch durchaus ihre Berechtigung. Die Ergebnisse wurden von mir anschließend mit einigem Zeitaufwand vom Papierbogen in Excel übertragen und mit Wordle für die Schülerinnen und Schüler gut lesbar aufbereitet („je größer ein Wort ist, desto häufiger habt ihr es genannt“). Am nächsten Tag startete ich die Stunde mit dem Feedback-Gespräch.

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Schülerfeedback 1

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Schülerfeedback 2

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Schülerfeedback 3

2. Feedback-Gespräch

Für die Lerngruppe und mich waren die Ergebnisse verblüffend, denn eigentlich nahmen wir den Unterricht ähnlich wahr, saßen sozusagen längst in einem Boot, ohne es zu wissen. Denn ohne dass ich danach gefragt hatte, wurde die Lautstärke als Einflussfaktor in fast jeder Schülerantwort thematisiert: langweiliger Unterricht war „laut“, Unterricht der Spaß machte und bei dem viel gelernt wurde, war „leise“.
Nach der gemeinsamen Diskussion und Interpretation der Ergebnisse dienten uns die Wortwolken in Form eines Plakats an der Wand sozusagen als partizipative Klassenregeln, die auch Wochen später noch durch einfachen Fingerzeig aktiviert werden konnten.
Nachdem ich tausende Testitems erstellt bzw. überarbeitet hatte, erfuhr ich mit nur 3 Fragen das erste Mal die eigentliche Wirkung von Feedback im Lernprozess: meine Schüler/innen veränderten durch das Feedback und das anschließende Gespräch in wenigen Minute  den Unterricht stärker, als in einer ganzen Stunde „Klickarbeit“ vor einem validierten Fragebogen mit 85 Fragen im staatlich bereitgestellten Evaluationsportal möglich wäre, das ich im Vorjahr einmal ausprobiert hatte.
Weniger ist also manchmal mehr! Ein spontaner Kurzfragebogen, der zur gegenwärtigen Unterrichtssituation passt, kann in den Fluss der Unterrichtsstunden eingebunden werden und mitunter mehr bewirken, als ein standardisierter, statistisch validierter Fragebogen, der möglicherweise am Wesentlichen vorbei geht.
Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und mit Edkimo gestalten viele Lehrkräfte ihre eigenen Fragebögen. Mehr als 5000 von Lehrkräften selbst erstellte Vorlagen sind dabei bislang entstanden. Probieren Sie es auch einfach einmal aus: app.edkimo.com/signup
Viel Spaß beim Fragenstellen, viel Spaß beim Feedback!
 

Über den Autor
Sebastian Waack ist Mitgründer von Edkimo. Er arbeitet in Teilzeit als Lehrkraft für Physik an der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli in Berlin. Zuvor entwickelte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kiel und am IQB Berlin Testitems für die Bildungsstandards Mathematik und den Einbürgerungstest. Seit 2012 betreibt er die Internetseite zur Hattie-Studie visible-learning.org

Rund um das Handyverbot an französischen Schulen setzte sich auch in Deutschland eine weitreichende Diskussion in den alten und neuen Medien in Gang. Viele Kommentare forderten eine ähnliche Lösung auch für Deutschland. Hierzulande hat bislang nur der Freistaat Bayern mit einem landesweiten Verbot für Smartphones und Handys Erfahrungen gesammelt. Wir haben ein wenig recherchiert und die wichtigsten Informationen an dieser Stelle zusammengestellt. Unser klares Fazit: Habe Mut, dich deines eigenen Handys zu bedienen!

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Foto: library_mistress CC BY https://flic.kr/p/5ygt81

Klarstellung: Absolutes Handyverbot wurde in Frankreich abgeschafft

Bei genauerem Hinsehen und Vergleich der Gesetzestexte in Frankreich (2010 und 2018) zeigt sich, dass das absolute Handyverbot an französischen Schulen von 2010 gar nicht neu eingeführt sondern tatsächlich gelockert wurde. Der seit 2010 bestehende Artikel L511-5 im Schulgesetz, der die Nutzung von Mobiltelefonen in der Schule kurz und knapp verboten hatte, wurde mit der Neuregelung dahingehend verändert, dass pädagogisch sinnvolle Nutzung nun ausdrücklich erlaubt ist. Dass Präsident Emmanuel Macron diese Neuregelung nun als ihr genaues Gegenteil verkauft und damit als ein eingelöstes Wahlversprechen, zeugt auch von der französischen Sommerpause, in der keiner mehr so genau hinzuschauen scheint. Und von der Erkenntnis der verantwortlichen Politiker, dass Medienbildung in der Schule ermöglicht werden muss, um Kinder und Jugendliche nachhaltig in Medienkompetenz zu schulen.

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Absolutes Handyverbot 2010

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Handyverbot 2018 mit Ausnahmen

Handyverbot oder Handygebot? Letztlich geht es bei der Frage nach Verbot oder Gebot um eine Haltungsfrage. Der angemessene Umgang mit modernen Medien muss als eine Kulturtechnik erlernt und eingeübt werden und selbstverständlich bei den fortschreitenden Veränderungen auch begleitet und laufend neu verhandelt werden.

Neue Medien – Mission: Impossible

Wer sich den Veränderungsprozess beim Umgang mit neuen Medien vor Augen führen möchte, dem sei der Direktvergleich der ersten Ausgabe der Filmreihe Mission: Impossible von 1996 zur aktuellen Ausgabe von 2018 ans Herz gelegt. Man könnte meinen, der Hauptdarsteller Tom Cruise habe sich in über 20 Jahren weniger verändert als die verwendeten Geräte. Was in der ersten Ausgabe von 1996 noch Hightech für Geheimagenten war (GPS, Internetzugang, Suchmaschine, Laptop, Mobiltelefon, Smartwatch, Kamerabrille, AI, Videotelefonat, Spracherkennung usw.), hat mittlerweile den Massenmarkt erreicht und jede(r) Lehrende oder Lernende nutzt die ein oder andere Gadget-Variante tagtäglich. Und was sich früher über mehrere Geräte verteilte, ist heute im sogenannten Smartphone zusammengefasst. Dejan Mihajlovic hat einmal den Direktvergleich angestellt.

Medienkompetenz ist Gestaltungskompetenz

Der Umgang mit neuen Medien wird in Schulen in Deutschland zunächst und zumeist negativ verhandelt: als Gefahrenquelle, Störfaktor und Mobbinginstrument. Sicherlich ist diese negative Potential in den Geräten bereits mit angelegt. Allerdings können neue Medien im Schulkontext nicht darauf reduziert werden. Medienkompetenz bedeutet auch und vor allem Gestaltungskompetenz. Eine wichtige Aufgabe der Schule ist es, diese Gestaltungskompetenz zu nutzen und einzuüben.

Digital Divide: Neue Medien an und für sich

Der der in den 90er Jahren viel beschworene Digital Divide verläuft im 21. Jahrhundert längst nicht mehr zwischen denjenigen, die über einen Internetzugang verfügen und jenen, die davon ausgeschlossen sind. Der Internetzugang “an sich” ist geregelt: mittlerweile sind alle online und es gehört schon eine große Portion Willenskraft dazu, offline zu sein und zu bleiben. Dies sollte uns jedoch nicht glauben machen, dass damit alle Probleme gelöst seien. Denn neue Gräben öffnen sich und werden immer weiter.
Der neue Graben – the second Digital Divide – beschreibt, was der an sich vorhandene Internetzugang “für mich” bedeutet und was ich aufgrund meiner Ausbildung und meines Hintergrunds damit anstellen kann. Und hier zeigt sich: die ärmeren Bevölkerungsschichten nutzen die Zugangsgeräte mehrheitlich, um Inhalte zu konsumieren, die reicheren Personen lernen hingegen bewusst den gestalterischen Umgang mit den neuen Medien. Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt droht sich dieser Graben noch zu vergrößern. Die Schule ist hier in der Pflicht gegenzusteuern und ausgleichend zu wirken.

Kapitalismus und die Tricks der Werbeindustrie

“Du bist nicht der Kunde, sondern das Produkt.” So lässt sich der Grundgedanke der meisten internetbasierten Geschäftsmodelle auf den Punkt bringen: Suche mit Google, Chat mit Whatsapp, Fotos mit Instagram, Likes auf Facebook… Alles kostenlos und doch nicht umsonst. Das Produkt sind wir als Nutzer*innen, deren Daten in Sekundenbruchteilen von Datenhändlern im Hintergrund meistbietend versteigert und verkauft werden. Die Geschäftsmodelle laufen mittlerweile mit derart hohen Gewinnmargen, dass einige als faire Lösung vorschlagen, dass die Plattformbetreiber ihre Kostenlos-Nutzer für die Nutzung eigentlich bezahlen sollten.

Fazit: Habe Mut, dich deines eigenen Handys zu bedienen

Der Umgang mit neuen Medien ist und bleibt eine Haltungsfrage. Ein generelles Verbot signalisiert, dass sich die Schule dem Problem entziehen könnte. Ein generelles Gebot würde ins andere Extrem umschlagen. Wir sprechen uns ausdrücklich für ein sinnvolles Gleichgewicht von Verbot und Gebot aus. Richtig gelesen ist das neue französische “Handyverbot” ja auch ein “Handygebot”, und der Freistaat Bayern hat dies längst erkannt. Lernt und übt den sinnvollen Umgang mit den Geräten im Unterricht. Lernt die Geräte auch einmal auszuschalten (Flugmodus gilt nicht!), genießt die ungestörte Ruhe und Konzentration und die Erkenntnis, dass die Welt auch nach einer Stunde offline nicht untergegangen ist. Schaut Videos, aber dreht auch eigene Filme und Reportagen. Wisst um die Macht von Bildern und ordnet Fakten im Internet ein. Schafft geschützte Räume für Kommunikation, Austausch und Partizipation: für eure Schule, euren Unterricht, euer Lernen.

Edkimo. Lernen gestalten.

Mit der Edkimo-App können Sie erprobte Kurzfragebogen verwenden, eigene Fragen dazu ergänzen und eigene Vorlagen entwerfen. Die Online-Befragung erfolgt schnell und einfach. Sie erhalten unmittelbar die Ergebnisse und können Sie direkt mit Ihrer Klasse besprechen. Tipps zum Feedback-Gespräch finden Sie hier.
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